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Integration

Wo Erwachsene und Kinder Deutsch lernen können, wie Sie weitere sinnvolle Integrationskurse finden und wie Sie sich gegen rassistische Diskriminierung wehren können – Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in der Rubrik Integration.

1.

Was versteht man unter Integration?

Laut der Definition des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer im Ausländergesetz in Artikel 4 ist das Ziel der Integration, das Zusammenleben der einheimischen und ausländischen Wohnbevölkerung auf der Grundlage der Werte der Bundesverfassung und gegenseitiger Achtung und Toleranz.


Die Integration soll längerfristig und rechtmässig anwesenden Ausländerinnen und Ausländern ermöglichen, am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Gesellschaft teilzuhaben.


Die Integration setzt sowohl den entsprechenden Willen der Ausländerinnen und Ausländer als auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraus.
Es ist erforderlich, dass sich Ausländerinnen und Ausländer mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und Lebensbedingungen in der Schweiz auseinandersetzen und insbesondere eine Landessprache erlernen.

Integration ist ein fortlaufender Prozess, der sich immer wieder verändert, weil sich auch unsere Gesellschaft ständig wandelt. Erst wenn alle Beteiligten – Migrantinnen und Migranten, Schweizerinnen und Schweizer sowie die Institutionen, Organisationen und Firmen – mitmachen, kann Integration gelingen.

Weitere Informationen über das Konzept der Integration:
ch.ch

Häufig gestellte Fragen zum Thema Integration:
Eidgenössische Komission für Migrationsfragen

Bundesamt für Migration

Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländer:
Verordnung

2.

Was ist eine Integrationsvereinbarung?

Das Ausländergesetz schenkt der Integration von Ausländerinnen und Ausländern grosse Aufmerksamkeit. So legt es fest, dass die Erteilung einer Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung an Bedingungen geknüpft sein kann und Sprach- oder Integrationskurse zu besuchen sind. Die konkreten Verpflichtungen legt man mit der Migrantin oder dem Migranten in einer so genannten Integrationsvereinbarung fest. Die Kantone sind frei, ob sie Integrationsvereinbarungen treffen wollen oder nicht.

Solche Vereinbarungen betreffen zumeist Personen, die aus Staaten ausserhalb der Europäischen Union oder Freihandelsassoziation stammen und noch keine Niederlassungsbewilligung haben. Aber auch bereits ansässige Migrantinnen und Migranten können betroffen sein. Nämlich dann, wenn sie durch ihr Verhalten oder aufgrund anderer Umstände riskieren, das Aufenthaltsrecht zu verlieren.

Alles zur Integrationsvereinbarung im Kanton Aargau:
Link

So lautet der Text in der entsprechenden Verordnung:
Integrationsvereinbarung

 

3.

Wo kann ich Deutsch lernen?

Wer sich als Migrantin oder Migrant in die Gesellschaft integrieren will, muss sich mit den Mitmenschen verständigen können. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung, dass Sie die deutsche Sprache lernen. Dies erleichtert es Ihnen, eine Arbeitsstelle zu finden, sich im täglichen Leben mit Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen zu unterhalten und sich am gesellschaftlichen Leben aktiv zu beteiligen. Sie können so auch Ihren Kindern beim Erlernen der deutschen Sprache helfen.


Das Erlernen einer Sprache braucht Zeit, Geduld und viel Übung. Besonders am Anfang kann das schwierig sein; lassen Sie sich aber davon nicht entmutigen. Am besten Sie besuchen eine der zahlreichen Sprachschulen; es gibt teils spezielle Kurse für Migrantinnen und Migranten. Informieren Sie sich über die Angebote und Preise. Ihre Sprachkenntnisse können Sie zusätzlich verbessern, indem Sie sich mit anderen Personen unterhalten, Zeitungen, Texte im Internet oder Bücher in deutscher Sprache lesen, Radio hören oder fernsehen.

Die Anlaufstelle Integration Aargau (AIA) ist vom Kanton beauftragt, alle Integrationsangebote im Kanton – insbesondere alle Deutschkurse zu dokumentieren (im Suchfenster können Deutschkurse nach Region und Kursniveau abgerufen werden):
AIA

Weiterführende Links zu Sprachschulen:
tak - Laufenburg
E C A P Aargau
E C A P Basel
Klubschule Migros
GGG Sprachkurse Basel

Berufsbildungszentrum Fricktal:
Link

Ausländerdienst Baselland:
Link

4.

Welche Sprachangebote gibt es für meine Kinder?

Kinder können den Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF) oder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) besuchen. Dieser Zusatzunterricht ist kostenlos. Meistens besuchen die Kinder diesen Unterricht während ein bis zwei Jahren.
In manchen Kantonen und Gemeinden gibt eine Integrationsklasse für Kinder die während der Schulzeit neu in die Schweiz einreisen. Im Kanton Aargau ist die Teilnahme in einer Integrationsklasse abhängig in welcher Gemeinde sie angemeldet sind.

In dieser Klasse erhalten die Kinder während eines halben oder ganzen Jahres intensiven Deutschunterricht als Unterstützung für die schulische Integration.

Der Besuch des Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) ist freiwillig, wird aber empfohlen. Dort erweitern die Kinder ihre Kenntnisse der Sprache und Kultur des Herkunftslandes. Elternvereinigungen oder Botschaften organisieren diese Kurse. Die Noten, die das Kind in diesem Kurs erhält, werden in vielen Kantonen im Zeugnis eingetragen. Je besser ein Kind seine Muttersprache spricht, desto einfacher fällt ihm das Erlernen der deutschen Sprache.

Gemeinde Stein, Mumpf und Laufenburg
In der Gemeinde Stein wird ein HSK-Kurs in albanischer Sprache angeboten. Weitere Infos erteilt die Lehrperson Frau S. Imeri,
Tel. 062 873 11 85.

Dopo scuola: Aufgabenhilfe für Kinder; w.burgherr@vtxmail.ch

Für Integrationsklassen oder DaZ gibt es für die Eltern keinen direkten Zugang, da diese Angebote über die Schulleitung beim Kanton beantragt und bewilligt werden müssen.

Auskunft über Angebote in der Region:
Kanton Aargau

Erziehungsdepartement Basel-Stadt

5.

Weshalb wird in der Schweiz mehrheitlich Dialekt gesprochen?

Wie in anderen Ländern spricht man auch in der Schweiz zahlreiche Dialekte (Mundart genannt). Die Mundart ist ein wichtiger Teil der Deutschschweizer Identität. Mundart wird von allen gesprochen. Geschrieben wird hingegen in der deutschen Schriftsprache (Hochdeutsch genannt). Für Migrantinnen und Migranten ist es meistens anspruchsvoll, nebst der deutschen Sprache auch noch einen schweizerischen Dialekt zu lernen.

Das Chuchichästli - Orakel
Link

6.

Welche weiteren Integrationsangebote gibt es?

Viele Gemeinden veranstalten einen jährlich stattfindenden Willkommensanlass für alle Bewohnerinnen und Bewohner, die neu in die Gemeinde gezogen sind. Sie werden dazu persönlich eingeladen. Behördenvertreterinnen und -vertreter stellen dabei die Gemeinde und ihre Einrichtungen vor. Dies ist eine gute Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen.
Viele Gemeinden bieten auch Integrationskurse an. Sie erfahren dort etwa, wie das Schulsystem funktioniert, wie man den Abfall richtig entsorgt oder welche Regeln im Zusammenleben mit den Nachbarn gelten.

An Staatskundekursen lernen Migrantinnen und Migranten zudem, wie der schweizerische Staat aufgebaut ist und wie das politische Leben funktioniert. Diese Kurse sind in erster Linie für Ausländerinnen und Ausländer gedacht, welche das Schweizer Bürgerrecht erwerben wollen; sie können aber auch von anderen Migrantinnen und Migranten besucht werden.

Auch private Hilfswerke und Organisationen sowie Gewerkschaften stellen spezielle Integrationsangebote zur Verfügung. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder den Organisationen und nutzen Sie die Möglichkeiten.

Die Gemeinde Stein führt jährlich im April einen Willkommensanlass durch. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Gemeinde: Hier kanzlei@gemeinde-stein.ch
Die Gemeinden Mumpf und Laufenburg sind in der Planung eines Willkommensanlasses.

7.

Wie kann ich am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen?

Um sich in der Schweiz gut zu integrieren und wohl zu fühlen, ist es wichtig, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. In den meisten Gemeinden gibt es zahlreiche kulturelle Anlässe – von Ausstellungen und Vorträgen über Theateraufführungen bis hin zu Konzerten. Die Veranstaltungen sind teils kostenlos und frei zugänglich.

Die Schweiz gilt auch als das Land der Vereine. Viele Menschen engagieren sich in einem Verein, um gemeinsam ein Hobby zu betreiben. Vereine gibt es auf allen möglichen Gebieten: Musik, Sport, Kultur, Natur und vieles mehr. Meistens bezahlt man einen Jahresbeitrag, um Mitglied zu werden und die Angebote nutzen zu können.

Kulturelle Anlässe zu besuchen oder in einem Verein mitzumachen, sind gute Möglichkeiten, Leute kennen zu lernen und gleichzeitig etwas über die Schweizer Gesellschaft und das Land zu erfahren.

Zur Rubrik Freizeit:
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8.

Was sollte ich über Aufenthaltsbewilligungen wissen?

Wer während seines Aufenthalts in der Schweiz arbeitet oder sich länger als drei Monate hier aufhält, benötigt eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wird von den kantonalen Migrationsämtern erteilt. Es gibt Bewilligungen für Kurzaufenthalte von weniger als einem Jahr, befristete Aufenthaltsbewilligungen und unbefristete Niederlassungsbewilligungen. Für Migrantinnen und Migranten aus Staaten der Europäischen Union (EU) und der Freihandelsassoziation (EUFTA) gelten teilweise andere Bestimmungen als für Menschen, die aus anderen Staaten stammen.

Zur Rubrik Arbeit:
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Weitere Informationen zu Aufenthaltsbewilligungen:
ch.ch

Der kantonalen Migrations- und Arbeitsmarktbehörden:
Adressen

Kanton Aargau 'Migration und Integration':
Link

Bundesamt für Migration:
Kantonale Migrations- und Arbeitsmarktbehörden

9.

Wie kann ich mich gegen rassistische Diskriminierung wehren?

In der Schweiz ist es verboten, Menschen öffentlich aufgrund ihrer Rasse oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Gruppe in einer Art anzugreifen oder zu diskriminieren, welche die Menschenwürde verletzt. Auch die Verweigerung einer öffentlich angebotenen Leistung ist verboten. Die rassistische Diskriminierung gilt laut Strafrecht als ein Offizialdelikt, wenn die Handlung in der Öffentlichkeit erfolgt.


Wer Opfer rassistischer Diskriminierung geworden ist, wendet sich am besten an eine Anlauf- und Beratungsstelle und lässt sich beraten. Informationen zum Thema findet man auch im Rechtsratgeber «Rassistische Diskriminierung». Er wird von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung herausgegeben und ist kostenlos im Internet erhältlich.

Verzeichnis der Anlauf- und Beratungsstellen:
Fachstelle für Rassismusbekämpfung

Kanton Aargau 'Schutz vor Diskriminierung':
Link

Rechtsratgeber «Rassistische Diskriminierung»
Link